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Leben auf dem Mars: Terraforming (Bewohnbar machen) des Roten PlanetenFeatured on frontpage?: no Übersetzt von Anne Käfer
In früheren schauten die Astronomen auf den Mars und sie dachten, sie sähen einen Planeten, der durch Bewässerungskanäle und Vegetation kreuz und quer durchzogen sei. Hundert Jahre später im Jahre 1964 erreichte das Raumschiff Mariner 4 den Mars, Die Enttäuschung der Wissenschaftler muss groß gewesen sein, als sie eine unfruchtbare Welt ohne Zeichen von Vegetation, Wasser oder Leben sahen. Für diese Wissenschaftler erschien die Idee eines nassen, mit Pflanzen bedeckten Mars plötzlich als Science Fiction. In den 40 Jahren seit Mariner 4 haben wir viel über den Mars durch die zahlreichen Raumschiffe, die zum Roten Planeten geschickt wurden, gelernt. Wir wissen jetzt, dass die Oberflächentemperatur des Mars zwischen -143°C an den Polen und +27°C am Äquator schwankt. Der Mars hat eine sehr dünne Atmosphäre (ungefähr 1% des Druckes der Erde), kein flüssiges Wasser und die einfallende UV-Strahlung in Kombination mit stark oxidierendem Regolith macht die Marsoberfläche zu einem tödlichen Platz für das Leben. Dennoch haben wir aus Bildern, die große Flußkanäle und Netzwerke zeigen, und aus der Mars Exploration Rovers (eine Mission der NASA), die abwechselnd Schichten aus Ablagerungen und Wasser zeigt, gelernt, dass der Mars in den ersten 500 Millionen Jahren seiner Geschichte ein warmer, nasser Ort mit einer dicken Atmosphäre war. Kann der Mars also noch einmal bewohnbar gemacht werden? Das ist die Prämisse für Terraforming - einen Planeten zu verändern, um ihn wie die Erde bewohnbar zu machen (terra = Erde). Die Idee des Terraforming wurde zuerst in den 30-er Jahren vorgeschlagen – allerdings nur im Bereich der Science Fiction. Dennoch begannen Wissenschaftler in den 60-er Jahren ernsthafter über die Idee nachzudenken. Ist das wirklich machbar? Kann es mit gängiger Technik gemacht werden? Um die Frage, ob es möglich ist, den Mars bewohnbar zu machen, zu beantworten, müssen wir zuerst überlegen, was für das Leben nötig ist und ob der Mars diese Grundlagen bietet. Der Mars kann gegenwärtig auf seiner Oberfläche wegen seiner niedrigen Temperaturen und der dünnen Atmosphäre keine Grundlage für flüssiges Wasser bieten. (Der atmosphärische Druck ist unterhalb des Tripelpunkts des Wassers, d.h. der Druck ist unterhalb dessen, wo ein Material, unabhängig von der Temperatur, nur als Feststoff oder Dampf existieren kann). Zusätzlich zu flüssigem Wasser braucht das einfachste Leben auf der Erde nur eine Atmosphäre, um Gase auszutauschen. Komplexere Organismen haben strengere und zahlreichere Anforderungen – Pflanzen brauchen kleine Mengen Sauerstoff, Tiere brauchen höheren, atmosphärischen Druck – aber Mikroorganismen sind pflegeleicht”.
Wie könnten wir den Mars erwärmen oder das gefrorene Kohlendioxid dazu bringen, in die Atmosphäre freigesetzt zu werden? Viele Ideen wurden vorgeschlagen, z.B. Spiegel in der Umlaufbahn des Mars anzubringen, um zusätzliches Licht auf die Oberfläche des Mars zu reflektieren, um diese zu erwärmen; Berieselung von dunklem Schmutz auf die Pole, um ihr Rückstrahlungsvermögen (z.B. Helligkeit) zu senken, so dass mehr Sonnenenergie absorbiert werden kann; und Freigabe von Supertreibhausgasen in die Atmosphäre um den Planet zu erwärmen. Es gibt Gruppen, die daran arbeiten, die ersten beiden dieser Ideen technologisch möglich zu machen. Aber wir haben schon die Treibhausgasidee auf der Erde realisiert – und machen sie zumindest für den Augenblick zur vielversprechensten Terraforming-Methode. Supertreibhausgase sind Moleküle, die sehr wirksam sind, um die Energie zu absorbieren, die von der Planetenoberfläche abgegeben wird. Dann wird die Energie sowohl in den Weltraum zurückgestrahlt – wo sie für immer verschwindet – als auch auf die Planetenoberfläche, um diese zu erhitzen. Sie arbeiten in einer ähnlichen Art und Weise wie eine Decke. Aber wir wollen nicht irgendeine Decke haben! Zum Beispiel, Kohlendioxid wäre wie eine dünne Folie, während ein Supertreibhausgas, wie Perfluorpropan (C3F8), wie eine dicke Wolldecke wäre. Folglich müssten wir Supertreibhausgase mit hohem Wärmepotential nutzen und auch langer Lebensdauer in der Atmosphäre (Tausende bis Zehntausende Jahre) - um die geforderte Nachschubrate zu reduzieren. Schließlich liegt der entscheidende Aspekt darin, Supertreibhausgase zu wählen, die die aktuelle und zukünftige Ozonschicht des Mars nicht zerstören - im Gegensatz zu Fluorchlorkohlenwasserstoffen.
Treibhausgase verändern derzeit drastisch – und unerwünscht - die Erde, also mag es unverantwortlich oder sogar falsch erscheinen, sie auf dem Mars einzusetzen. Jedoch ist eine Änderung des Klimas auf der Erde unerwünscht, da es schon ein hoch entwickeltes Ökosystem gibt, welches mit dem Klima eng verknüpft ist. Aber auf dem Mars ist kein derartiges Ökosystem: chemische und fotografische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich noch kein Leben entwickelt hat und die Umwelt kontrolliert. Dort könnten noch schlafende Organismen sein oder im Untergrund leben. Als gute Entdecker und Wissenschaftler und im Einklang mit dem Abkommen über den Schutz der Planeten sollten wir den Mars gründlich auf bestehendes Leben erforschen, bevor wir unsere Untersuchungen mit Erdorganismen verunreinigen oder einen Wettbewerb zwischen dem Leben auf der Erde und dem Mars verursachen. Die ersten Stufen des Terraforming sollten darin bestehen, dass man den Mars auf den Weg zurückführt, auf dem er in seiner frühen Geschichte war, und damit einigen schlafenden oder kämpfenden Überlebenden eine Chance zu geben, aus dem Winterschlaf zu erwachen und eine Biosphäre zu schaffen.
Es ist das Vorhandensein von Leben, das die Erde einzigartig macht, und es ist das Vorhandensein von Leben, die unsere eigene Existenz zulässt. Das Terraforming des Mars würde uns ebenfalls erlauben, den Planeten leichter zu besiedeln und zu erkunden, wobei es für uns nur erforderlich wäre, Sauerstoffmasken, aber keine Weltraumdruckanzüge zu tragen. Vor 100 Jahren dachten Astronomen, sie sähen Wasser und Vegetation auf dem Mars. Sie lagen zu dieser Zeit falsch, aber vielleicht schauten sie ja schon in die Zukunft. Rezension Ein wesentliches Merkmal von gutem Science-Fiction ist, unabhängig davon, wie phantasievoll die Idee ist, dass sie theoretisch möglich sein muss, so dass irgendwann in der Zukunft der technische Fortschritt die futuristische Fiction in eine alltägliche Tatsache verwandelt. Margarita Marinova von Celtech beschreibt ausführlich die Machbarkeit der nach Science Fiction klingenden Aussicht, den Mars bewohnbar zu machen – wobei auf dem Roten Planeten die Bedingungen unserem Blauen Planeten angeglichen werden, in der Hoffung das menschliche Leben aufrecht zu erhalten. Die meisten Studenten haben ein angeborenes Interesse an astronomischen Fragestellungen sowie an Umweltthemen. Der Artikel überspannt beide Bereiche geschickt, indem er Aspekte der traditionellen Richtungen der Wissenschaft mit der Geologie verknüpft. Es gibt auch die ethische Zielrichtung des Terraforming, die im PSHE Unterricht (Personal, Social and Health Education) abgedeckt werden sollte. Alternativ könnten Künstler Bilder erzeugen, wie ein kürzlich begrünter Roter Planet aussehen könnte, und diese vielleicht mit Illustrationen, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts geschaffen wurden, vergleichen. Der Artikel kann als eine Verständnisübung oder als Anreiz zu einer Diskussion in der Klasse genutzt werden, wo eine Auswahl von Fragen entwickelt werden kann, die sich auf viele Bereiche der traditionellen Wissenschaften beziehen. Verständnisfragen könnten sein:
Du könntest auch in Bereiche von moralischem Richtig und Falsch bei dieser deutlichen Veränderung eines Planeten stoßen. Die große Frage "Sollten wir"? sollte eine Menge Diskussionsstoff bieten und Schüler könnten gefragt werden, ob ihre Einstellung zu dieser Frage von den Umständen abhängen könnte. Zum Beispiel, wäre es moralisch immer noch falsch, den Mars bewohnbar zu machen, wenn das Leben auf unserem Planeten endgültig zu Ende ginge und wenn es für die menschliche Spezies keinen anderen Platz gäbe? Wie oben erwähnt, könnte das ein Teil einer Ethikdebatte im PSHE Unterricht (Personal, Social and Health Education) sein und die Standard-Debatte über das Recht zu leben, die an der Grenze zwischen Ethik und Wissenschaft geführt wird, anregen. Der Artikel ist eine gute Einführung in das Thema und bietet einen guten Startpunkt für weitere Forschung und sollte das Interesse der Studierenden anregen. Sie könnten Clips von "Eine unbequeme Wahrheit" sehen wollen, in der Al Gore über Treibhausgase diskutiert und vorschlägt, wie trotz allem ein Silberstreifen am Horizont der globalen Klimaveränderung sichtbar ist. Oder sie könnten den Mars weiter untersuchen: Woher wissen wir, was wir über den Mars wissen, wo doch noch kein Mensch ihn besucht hat? Was für Pläne gibt es aktuell, um Leute auf den Mars zu schicken? Was sind die Anforderungen an eine solche Mission und wie kann man sie mit denen der 60er und 70er Jahre vergleichen, als Menschen auf den Mond geschickt wurden? Zu guter Letzt sollten Schüler Beispiele von historischem Science Fiction finden, die schon Realität wurden.
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