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Den Oscar in Immunologie gewinnenSubmitted by rau on 22 February 2010
Übersetzt von Hildegard Kienzle-Pfeilsticker
Als mein Telefon läutete und mir mitgeteilt wurde, dass unser Artikel in Nature Immunology (Ribot et al, 2009), veröffentlicht werden soll, stand ich wie angewurzelt da. Aber obwohl ein paar Leute aus meiner Umgebung meine Aufregung verstehen konnten, musste ich vielen anderen erklären was das für uns bedeutete: „Es ist, als würde ein Schauspieler einen Oscar gewinnen!” Unser spezieller Oscar galt nicht dem besten Film, Schauspieler oder der besten Filmmusik, sondern einer Entdeckung in der Immunologie. Eine Publikation unserer Arbeit in dieser angesehenen Zeitschrift bedeutete, dass Wissenschaftlerkollegen sie als bemerkenswert erachteten und dass nun andere daraus lernen könnten und darauf aufbauen, um die gemeinsamen Ziele, das Verständnis der körpereigenen Krankheitsabwehr und dann die Entwicklung von Arzneimitteln für den Menschen, zu erreichen. Obwohl "unsere" Ausgabe der Zeitschrift in meinem Regal aussieht wie jede andere, ist sie doch für mich wie eine Trophäe in einem Schaukasten. Wir untersuchen die Entwicklung eines Typs weißer Blutzellen des Thymus, die T-Lymphozyten oder T-Zellen genannt werden. T-Lymphozyten unterscheiden sich von anderen Lymphozyten durch ein Molekül auf ihrer Oberfläche, das T-Zell-Rezeptor genannt wird. Dieser T-Zell-Rezeptor erkennt das Antigen eines bestimmten Eindringlings, zum Beispiel eines Bakteriums oder einesVirus.
Die beiden Zytokine IFNγ und IL-17 spielen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort mit ganz bestimmten Folgen: diejenigen T-Zellen, die IFNγ produzieren, werden eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Viren und Tumore spielen, wohingegen diejenigen, die IL-17 produzieren mit Autoimmunerkrankungen wie multiper Sklerose assoziiert sind. Mäuse ohne CD27 litten seltener an zerebraler Malaria, wahrscheinlich weil sie weniger IFNγ produzieren, welches an Entzündungsreaktionen beteiligt ist (siehe unten im obenstehenden Diagramm). Ob diese Entdeckung für die spätere Entwicklung von Medikamenten gegen Malaria genutzt werden kann – vielleicht durch Veränderung der CD27-Expression, so dass die Zellen weniger proinflammatorische Zytokine produzieren-- muss abgewartet werden.
Eine Menge Arbeit liegt noch vor uns, aber die Wertschätzung unserer bisherigen Arbeit erinnert uns daran, dass sich die Mühe lohnt. Ich lächelte immer noch, lange nachdem ich den Telefonhörer aufgelegt und sich meine Aufregung gelegt hatte. Referenzen Ribot JC, deBarros A, Pang DJ, Neves JF, Peperzak V, Roberts SJ, Girardi M, Borst J, Hayday AC, Pennington DJ & Silva-Santos B (2009) CD27 is a thymic determinant of the balance between interferon-g and interleukin 17-producing gd T cell subsets. Nature Immunology 10: 427-436. doi:10.1038/ni.1717 Internet referenzen w1 – Mehr über das Instituto de Medicina Molecular in Lissabon ist zu finden unter: www.imm.fm.ul.pt Quellen Mehr über Malaria findet man unter:
Wenn Sie in früher publizierten, topaktuellen Beiträgen zu Forschungsthemen stöbern möchten, schauen Sie unter www.scienceinschool.org/cuttingedge Ana de Barros wurde 1983 in Lissabon geboren. Mit 19 Jahren zog sie nach Newcastle, UK, wo sie ihren Universitätsabschluss in Genetik machte. Sie blieb im UK, um ihren MSc in biomolekularer Archäologie in Manchester abzuschließen. Nach einem dreimonatigen Laboraufenthalt in Athen, Griechenland, während dem sie mit Stammzellen forschte, ging Ana 2007 nach Portugal zurück und begann an Ihrer Doktorarbeit in Immunologie am Instituto de Medicina Molecular in Lissabonw1. Sie interessiert sich für Wissenschaftsjournalismus, weil er Kommunikation und Wissenschaft zusammenbringt. Außerhalb des Labors engagiert sie sich für Kunst und hat eine Band, in der sie Gitarre spielt, Lieder schreibt und singt. Ana fotografiert auch viel und reist gern. Rezension Die Immunologie ist immer noch ein sich rasant entwickelndes Gebiet, da immer mehr über die Beteiligung der verschiedenen Zelltypen und Signalmoleküle bekannt wird. Ein spezieller Subtyp von T-Zellen und das Signalmolekül CD27 sind an der Entstehung zerebraler Malaria beteiligt. Diese Forschungen können Auswirkungen auf die Therapie dieser Krankheit beim Menschen haben. Mit diesem Artikel als Hintergrundinformation kann die Diskussion um die Therapie der Malaria und ihre Ausrottung, Grundlagen der Immunologie, gezielte genetische Veränderung von Mäusen und die Berechtigung von Tierexperimenten angestoßen werden. Er könnte dem Verständnis weiterer Fragestellungen der Immunologie für Schüler der oberen Sekundarstufe dienen. Shelley Goodman, Vereinigtes Königreich
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