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Die Internationale Raumstation: im Weltraum Fuß gefasstSubmitted by rau on 30 October 2009
Übersetzt von: Anne Käfer
Was ist die ISS? Stell dir ein Feld von hellen Solarpanels vor, die sich auf ungefähr 100 Meter Länge ausgehend von einer zentralen Abstützung flächenförmig ausbreiten. An verschiedenen Orten entlang der Abstützung sind zylinderförmige, unter Druck stehende Module angebracht. Astronauten leben und arbeiten in diesen Modulen. Einige Module sind Labore; andere bieten Lebensraum für die Besatzung, inklusive Küche und einem Übungsbereich. Zusätzliche Module bieten Lagermöglichkeiten für Wasser, Essen, Ausrüstung und Experimente, sowie Systeme für die Rückführung von Luft und Wasser sowie eine Toilette. Knotenpunkte verbinden die verschiedenen Module und bieten eine Andockstation für Fahrzeuge, die von der Erde kommen.
Die ISS bietet eine einmalige Gelegenheit, bahnbrechende Untersuchungen in zahlreichen wissenschaftlichen Gebieten durchzuführen. Verglichen mit früheren Raumstationen, bietet die ISS wesentlich mehr Möglichkeiten, Dutzende von Experimenten entweder auf den Trägern innerhalb der Station oder auf speziellen externen Befestigungspunkten durchzuführen. Das liegt daran, dass die ISS ein größeres Innenvolumen, mehr verfügbare Computerleistung, mehr elektrische Leistung und eine erhöhte Lebensdauer hat, die es den Wissenschaftlern erlaubt, Experimente über einen längeren Zeitraum mit einem kontinuierlichen Datenfluss durchzuführen. Anziehungskräfte wirken bei allem, was wir auf der Erde machen. In der Umlaufbahn verschwinden die Auswirkungen dieser Kräfte nahezu und werden durch Mikroschwerkraft oder Schwerelosigkeit ersetzt. Astronauten schweben umher, und sind in der Lage riesige Ausrüstungsteile mit Leichtigkeit zu tragen. Unter diesen Bedingungen können Wissenschaftler existierende Theorien, die zu neuen Entdeckungen und Fortschritten führen können, testen und modifizieren. Auf dem Weg zur ISS Von Mai 2009 an wird die ISS permanent mit einer Besatzung von sechs Astronauten aus den USA, Kanada, Japan, Russland und der ESA besetzt sein. Die Besatzungen werden im Jahr durchgehend ausgetauscht, aber der durchschnittliche Aufenthalt beträgt 6 Monate. Die Besatzungen bestehen aus einer Mischung von Nationalitäten, deren Kombination von den Vereinbarungen unter den Regierungen abhängt. Alle Besatzungen müssen gut Englisch und Russisch lesen und schreiben können.
Das Shuttle erreicht bald eine Höhe von 10 km über dem Meeresspiegel, die Flughöhe von Flugzeugen. Die Temperatur fällt unter null und es wird nun der Punkt erreicht, an dem der größte Luftwiderstand mit der Atmosphäre auftritt. In dem Maße wie das Shuttle höher fliegt, biegt sich der Horizont und die Astronauten erfahren zum ersten Mal die Dunkelheit des Weltraums. Nach zwei Minuten erreicht das Shuttle eine Höhe von 45 km und ist auf dem Weg dorthin 4,5 mal schneller als die Schallgeschwindigkeit. Vier Minuten später erreicht das Shuttle eine Höhe von 130 km und ist auf dem Weg dorthin 15 mal schneller als die Schallgeschwindigkeit. Der zentrale Treibstofftank ist jetzt leer und trennt sich ab, um letztendlich in der Atmosphäre zu verglühen. Die Haupttriebwerke werden ausgeschaltet, aber das Shuttle bewegt sich weiter im Weltraum, weil es nun keinen Luftwiderstand mehr gibt. Objekte innerhalb scheinen schwerelos zu werden und alles, was nicht festgeschnallt ist, beginnt zu schweben. Die Vibration endet und Ruhe umgibt das Raumschiff. Das Shuttle erreicht eine Geschwindigkeit, die 22 mal schneller ist als die Schallgeschwindigkeit (28000 km pro Stunde), und eine Höhe von ungefähr 400 km; jetzt ist es in der gleichen Erdumlaufbahn wie die ISS. Das Shuttle beginnt die Station zu jagen – es ist 10000 km dahinter und niedriger an Höhe. Weitere zwei Tage werden für das Rendezvous und das Ankoppeln gebraucht, um sicher zu gehen, dass alle Systemkontrollen fertig sind. Das Ankoppeln findet sehr langsam statt, um Unfälle zu vermeiden. Forschung an Bord Unser aktuelles Verständnis über die Biowissenschaften, Physik und Chemie basiert fast vollkommen auf Beobachtungen und Theorien, die von der allgegenwärtigen Schwerkraft beeinflusst werden. Auf der ISS wird die Forschung in einer Umgebung von Schwerelosigkeit durchgeführt, die es den Wissenschaftlern erlaubt, existierende Theorien zu testen und zu modifizieren.
Astronauten führen auch Experimente in der Biologie, der Medizin und der Humanphysiologie durch. Die Aktivitäten der ESA in dieser Forschung sind derzeit sowohl fokussiert auf den Einfluss der Schwerelosigkeit auf die Entwicklung und Erhaltung von Knochengewebe, als auch den Einfluss der medikamentösen Behandlung. Frühere lange Weltraumflüge haben gezeigt, dass das Leben im Weltraum nicht nur zu Verlust der Knochenmasse führte, sondern auch, dass dieser Verlust von sehr wenig bis zu 20% der Knochenmineralien nach 6 bis 8 Monaten im Weltraum variierte. Es ist allgemein bekannt, dass Verlust von Knochenqualität das Hauptmerkmal bei Osteoporose-Kranken auf der Erde ist. Derselbe Verlust an Knochenmasse und Qualität kann auch bei gesunden Weltraumbesatzungen beobachtet werden. Durch die Erforschung von diesen ähnlichen Problemen haben wir eine bessere Chance beide zu lösen. Die Forschung über die vergangene Dekade hat bedeutenden Fortschritt gemacht und deshalb weiß man jetzt mehr als vor 10 Jahren. Experimente im Weltraum helfen uns die Erhaltung der Knochen zu verstehen und können den Weltraumbesatzungen helfen ihre Knochenqualität zu erhalten, wobei sie länger in einer gewichtslosen Umgebung verbringen. Im nächsten Heft von Science in School, lesen Sie, wie Astronauten im Weltraum leben und wie sich ihre Körper an die Bedingungen der Mikroschwerelosigkeit anpassen. Internet-Referenzen w1 – Um mehr Informationen über die Europäische Weltraumagentur zu erhalten, siehe: www.esa.int. Darunter sind auch Informationen über ESA- Unterrichtsmaterial. w2 – Mehr Informationen über die NASA, siehe: www.nasa.gov w3 – Mehr Informationen über Roscosmos, siehe: www.roscosmos.ru w4 – Mehr Informationen über die Kanadische Weltraumbehörde, siehe: www.space.gc.ca w5 – Mehr Informationen über die japanische Raumfahrtagentur siehe: www.jaxa.jp/index_e.html Quellen Für ein vollständiges Interview mit Thomas Reiter, siehe:
Für andere, ähnliche Artikel, siehe:
Hunderte von Bildern, Videos und Animationen über den bemannten Weltraumflug sind über die Internetseite der ESA erhältlich und können für Bildungszwecke genutzt werden: www.esa.int/esa-mmg/mmg.pl?collection=Human+Spaceflight Die ESA hat viele Bildungsmaterialien zur ISS hergestellt:
Die ESA entwickelt ebenfalls eine Serie von Online-Lektionen für Schüler und Lehrer an Grundschulen und weiterführenden Schulen. Siehe: www.esa.int/SPECIALS/Lessons_online
Mehr Informationen und Bildungsmaterialien:
Shamim Hartevelt-Velani ist Lehrerin an einer weiterführenden Schule und arbeitet derzeit für das ESA Weltraumforschungs– und Technologiecenter (ESTEC) in der Abteilung für die bemannte Weltraumfahrt. Sie ist Didaktikspezialistin im Bildungsteam. Carl Walker ist der korporative Schreiber und Verleger der ESA, basierend auf der ESTEC. Er schreibt und verlegt zahlreiche Bücher und andere Schriftstücke über Weltraumflüge und das Europäische Weltraumprogramm. Rezension Der Inhalt dieses interessanten Artikels ist wirklich einfach, was den Zugang für Nichtspezialisten leicht macht. Ich kann mir vorstellen, wie ich es mit Schüler als eine "reading for information"-Übung nutze. Es ist für Schüler der meisten Altersstufen geeignet. Dieser erste Artikel bietet eine gute Einführung in die ISS und die Gründe für deren Existenz. Er zeigt, wie Länder effektiv an einem Gemeinschaftsprojekt von solcher Wichtigkeit zusammenarbeiten können. Dies ist nützlich im Hinblick auf die Staatsbürgerschaften in vielen Schulen und kann zu fächerübergreifender Arbeit, besonders mit sozialwissenschaftlichen Fachgebieten, führen. TDie Quellen, die dieser Artikel nennt, sind sehr beeindruckend und zeigen die Haltung der ESA zur Bildung. Sie sind es wert bestellt oder heruntergeladen zu werden.
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